Arbeitnehmer der Welt vereint euch - Streik

Arbeitnehmer der Welt vereint euch - Streik

29.11.2021

In der Westschweiz befinden sich aktuell die Arbeiter:innen eines Lieferdienstes im Streik. Sie fordern höhere Löhne und eine bessere Planung der Arbeitszeiten. Immer öfter hört man von schlechten Arbeitsbedingungen für die Menschen, die uns den Luxus eines Restaurantbesuchs in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Ein sehr gefragter Service, besonders in einer Pandemie.

Doch darf man in der Schweiz überhaupt streiken? Welche Rechte haben streikende Arbeitnehmende? Wird der Lohn bezahlt während eines Streiks?

Zulässiger Streik

Das Streikrecht ist in Artikel 28 der Schweizerischen Bundesverfassung festgeschrieben. Die kollektive Arbeitsverweigerung ist also ein Grundrecht. Es entspringt der Koalitionsfreiheit, der Freiheit der Arbeitnehmenden sich zusammenzutun und für ihre Interessen zu kämpfen.

Weiter ist das Streikrecht nicht gesetzlich geregelt. Unter welchen Bedingungen ein Streik zulässig ist, hat aber das schweizerische Bundesgericht festgelegt: Der Streik muss verhältnismässig sein, von Gewerkschaft getragen werden und darf nicht gegen die Friedenspflicht verstossen, auch müssen die verfolgten Ziele in einem Generalarbeitsvertrag (GAV) geregelt werden können. Friedenspflicht bedeutet, dass auf Streiks verzichtet werden soll, solange ein GAV gültig und ungekündigt ist.

Der Arbeitskampf ist also zulässig, wenn bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden. So weit so gut. Aber wie sieht es mit dem Lohn während des Streiks aus und müssen Arbeitnehmende womöglich mit einer Kündigung rechnen, wenn sie streiken?

Lohn und Kündigung während eines Streiks

Während eines Streiks ruht der gesamte Arbeitsvertrag: Die Arbeitnehmenden legen die Arbeit kollektiv nieder und Arbeitgebende sind nicht zur Lohnzahlung verpflichtet. Lohn bekommt man während eines Streiks also nicht. Die Gewerkschaften bieten aber häufig einen Lohnersatz, der einen gewissen Mindestlohn garantiert.

Einen generellen Schutz vor Kündigungen gibt es im Schweizer Arbeitsrecht nicht. Falls einem Arbeitnehmenden wegen eines Streiks gekündigt wird, ist die Kündigung also grundsätzlich gültig. Die Kündigung kann aber missbräuchlich sein. Bei einer missbräuchlichen Kündigung werden Arbeitnehmende mit bis zu 6 Monatslöhnen entschädigt. Um dies geltend zu machen, hat man aber nur wenig Zeit. Deshalb lohnt es sich, früh Rat zu holen und die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen. Wir sind für euch da.

Hast du Fragen zum Streikrecht oder allgemein zum Arbeitsrecht?

Erhältst du zu wenig Lohn? Wurde dir vor Kurzem gekündigt?

Wir von YLEX helfen dir bei allen arbeitsrechtlichen Fragen weiter. Komm einfach in einem unserer Stores in Bern, Zürich, Winterthur und St. Gallen vorbei oder melde dich online.

 


Jetzt Beratung anfordern

Ebenfalls interessant für dich