Farbige Markierungen auf der Fahrbahn – was haben diese zu bedeuten?

Farbige Markierungen auf der Fahrbahn – was haben diese zu bedeuten?

27.07.2021

In immer mehr Städten und Kommunen sind sie anzutreffen: Farbige Verkehrsflächen. Die jeweiligen Verkehrsplaner und Verkehrsplanerinnen scheinen ihre Vorliebe für Farben entdeckt zu haben. So erscheinen durchzogene Mittelmarkierungen, breite Streifen am Fahrbahnrand sowie grosszügige Flächen in Begegnungszonen in allen möglichen Farben. Doch was soll damit bezweckt werden und was für eine rechtliche Relevanz haben diese Flächen im Strassenverkehr?

Farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen (FGSO)

Diese bunten Verkehrsflächen fallen unter den Begriff der «farblichen Gestaltung von Strassenoberflächen» kurz FGSO. Mit solchen FGSO soll der Strassenraum optisch gestaltet werden und dadurch gezielt das Geschwindigkeits- und Spurverhalten der Verkehrsteilnehmer beeinflusst sowie die Sicherheit des Langsamverkehrs verbessert werden. Sie dient somit ausschliesslich der optischen Gestaltung des Strassenraums oder dem Anpassen des Erscheinungsbilds des Strassenraums an die Nutzungsansprüche.

Was für eine rechtliche Relevanz haben FGSO?

Eine FGSO darf nicht einer offiziellen Markierung oder einem Signal ähnlich sein oder damit verwechselt werden können, sei es aufgrund der Farbe, ihrer Geometrie oder dem Muster. Denn eine FGSO ist keine Markierung nach Strassenverkehrsrecht. Sie darf auch deren Wirkung nicht beeinträchtigen oder den Eindruck einer strassenverkehrs-rechtlichen Bedeutung erwecken. Elemente der FGSO können und dürfen die offizielle Markierung nicht ersetzen. So reicht es nicht aus, wenn Hindernisse auf der Fahrbahn mit einer FGSO hervorgehoben werden. Eine Abweislinie oder Sperrfläche ist trotzdem notwendig, da eine FGSO in der Nacht nicht retroreflektiert und rechtlich keine Bedeutung hat. Aufgrund der fehlenden rechtlichen Bedeutung können sie somit auch befahren werden – sofern keine sonstigen gegenteiligen Markeirungen angebracht sind – und begründen auch keine Vortrittsrechte.

FGSO in Tempo-20- und Tempo-30-Zonen

Eine Begegnungszone umfasst Strassenabschnitte in Wohn- oder Geschäftsvierteln, wo die Fussgänger auf der gesamten Verkehrsfläche vortrittsberechtigt sind. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h. Parkiert werden darf nur an gekennzeichneten Stellen. In einer Tempo-20-Zone haben Fussgänger Vortritt. Sie dürfen die Fahrzeuge aber nicht unnötig behindern.

Eine Tempo-30-Zone umfasst Strassen, auf denen die Aktivitäten der Anwohner als wichtiger gewertet werden, als die Verkehrsleistung. Verkehrsberuhigungsmassnahmen sollen daran erinnern, dass die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h beträgt. In einer Tempo-30-Zone dürfen Fussgänger die Fahrbahn überqueren, wo sie wollen, da es keine Fussgängerstreifen hat. Sie haben aber keinen Vortritt.

Finden sich FGSO in solchen Zonen in Form einer grossen Fläche, welche an Fussgängerstreifen erinnern lassen, so soll dies lediglich Stellen hervorheben, an welchen die Fussgänger die Strasse gut bzw. sicher überqueren können. Dennoch sind einzig die oben ausgeführten Regelungen für einzelnen Zonen von Relevanz.

Dir wurde der Vortritt genommen und die ganze Sache im Strassenverkehr wird dir zu bunt? Dann komm zu YLEX, wir zeigen dir die rechtliche Situation schwarz auf weiss auf.

Ebenfalls interessant für dich