Haftung für spielende Kinder

Haftung für spielende Kinder

01.07.2020

Schnell ist es passiert - eine kaputte Scheibe oder ein zerkratztes Auto. Wie sieht die Haftung aus, wenn minderjährige Kinder beim spielen einen Schaden verursachen?

Urteilsfähigkeit

Jeder ist für das verantwortlich, was er tut, auch ein Kind – gleichgültig, ob es Urheberrechte verletzt, als Sprayer eine Wand besprüht oder ein anderes Kind verletzt. Gemäss Art. 19 des Zivilgesetzbuches (ZGB) gilt, dass Unmündige für ihre unerlaubten Handlungen haften, sofern sie urteilfähig sind. Wenn ein Kind also urteilsfähig ist, muss es Schadenersatz leisten. Ein Kind gilt als urteilsfähig, wenn es die Folgen seines Handelns erkennen und sich entsprechend verhalten kann. Gerichte gehen ab dem neunten Altersjahr vom Vorliegen einer Urteilsfähigkeit aus.

Aufsichtspflicht

Die Eltern haften nur dann, wenn sie ihr Kind nicht angemessen, altersadäquat, beaufsichtigen. Gemäss Art. 333 Abs. 1 ZGB haften die Eltern für die Handlungen ihrer minderjährigen Kinder, wenn sie nicht darlegen können, dass sie ihrer Beaufsichtigungspflicht nachgekommen sind. Dieser Artikel Art. 333 Abs. 1 ZGB ist nicht nur auf Eltern anwendbar, sondern auch auf Verwandte und Bekannte, bei denen das minderjährige Kind für eine gewisse Dauer auf Besuch ist.

Haftpflichtversicherung

Eine Privathaftpflichtversicherung ist sinnvoll. Am besten eine, welche die ganze Familie versichert. Falls die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind und haftbar gemacht werden, greift die Versicherung. Dies gilt auch dann, wenn das Kind urteilsfähig und somit haftbar ist. Aber: Wenn das Kind absichtlich einen Schaden verursacht, zahlt die Haftpflichtversicherung nicht.

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