Wenn der Nachlass viele Fragen hinterlässt

Wenn der Nachlass viele Fragen hinterlässt

04.09.2019

Ohne Testament oder Erbvertrag regelt das Gesetz (ZGB) die Erbfolge.

Grundsatz

Die gesetzliche Erbfolge bestimmt, dass zuerst der überlebende Ehegatte/Ehegattin und die Nachkommen (Kinder, Enkel etc.) in die Erbfolge treten. Sind keine Nachkommen vorhanden, so erben die Eltern der verstorbenen Person sowie deren Nachkommen (Bruder/Schwester). Im Grundsatz erbt der überlebende Ehegatte die Hälfte der Erbmasse und die andere Hälfte geht an die Nachkommen, sofern solche vorhanden sind. In unseren Beispielen gehen wir davon aus, dass die beiden Ehegatten verheiratet waren.

Freie Quote und Pflichtteile

Mit einem Testament kann der überlebende Ehegatte bevorzugt werden. Wichtig dabei ist, dass die Pflichtteile der Nachkommen nicht verletzt werden. Gemäss Gesetz werden die nächsten Erben mit einem Pflichtteil geschützt. Dieser beträgt ¾ der Hälfte der Erbschaft, also mindestens 37.5% der Erbmasse. Über die restlichen 12.5% kann der Erblasser jedoch frei verfügen und seinen überlebenden Ehegatten bevorzugen.

Wenn keine Kinder vorhanden sind

Sofern in der Erbschaftsfolge keine Nachkommen vorhanden sind, so erben die Eltern der verstorbenen Person. Sind die Eltern verstorben, so rücken die Geschwister als Erben nach. War der Verstorbene ein Einzelkind, so treten die Cousinen und Cousins in die Erbfolge ein. Die Geschwister und die Cousinen/Cousins haben keinen Anspruch auf einen Pflichtteil. Somit kann der Erblasser die Verteilung frei vornehmen.

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